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Hannover
Supermärkte bieten verdorbenes Fleisch an
  In den real-Supermärkten in Laatzen und Langenhagen ist über einen bisher nicht bekannten Zeitraum verdorbenes Fleisch im Angebot gewesen.
 
Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ist davon überzeugt, dass Fleisch, dessen Haltbarkeitsdatum abgelaufen war, aus der Kühltruhe genommen, neu verpackt und mit einem falschen Datum versehen wieder angeboten worden ist. Dem oder den Verantwortlichen droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

In der real-Zentrale in Mönchengladbach äußerte man sich am Freitag bestürzt über die Vorwürfe. In keinem Fall stünden Vorgaben des Unternehmens hinter dem Vorgehen.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg, deren zentrale Stelle für Wirtschaftsstrafsachen die bundesweiten Ermittlungen führt, will sich hinsichtlich der Verantwortung für die Vorgänge noch nicht festlegen. Sie ist sich aber sicher, dass in den Filialen im Laatzener Leine-Center und der Langenhagener Hans-Böckler-Straße „abgelaufenes“ Fleisch umgepackt und neu etikettiert worden ist. „Zudem haben wir den Verdacht, dass es bei einem weiteren Markt in der Region Hannover und in Nordrhein-Westfalen zu ähnlichen Fällen gekommen ist“, sagt Bernard Südbeck, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Es liege daher zumindest der Verdacht nahe, dass auch Vorgesetzte etwas gewusst hätten. Dagegen spricht die Tatsache, dass die Fleischereien in den Märkten eigene Unternehmen sind. „Allerdings ist es schon merkwürdig, dass bis zu vier Fleischereien gleichzeitig auf einen derartigen Gedanken gekommen sein sollen“, meint Südbeck.

Die Ermittler sind durch einen ehemaligen Mitarbeiter, der die Vorgänge angeblich sogar in einem Videofilm dokumentiert haben soll, auf den Fall aufmerksam geworden. Bereits am Dienstagmorgen wurden die beiden Filialen in der Region durchsucht und eindeutiges Beweismaterial beschlagnahmt. Wer letztlich die Verantwortung trägt und welche Menge derartiges Fleisch in welchem Zeitraum an ahnungslose Kunden verkauft worden ist, müssten die weiteren Ermittlungen zeigen, hieß es am Freitag bei der Staatsanwaltschaft.

l Unternehmen will helfen: „Wir werden die Behörden bei den Ermittlungen unterstützen“, sagt real-Sprecherin Simone Meyer zu den Vorwürfen. „Wir sind schließlich sehr daran interessiert, dass alles aufgeklärt wird.“ Man habe strenge Sicherheitsauflagen, und die Frische der Ware habe oberste Priorität im gesamten Unternehmen. „Daher können wir uns das alles bisher selber nicht erklären“, sagt sie, „keiner unserer Marktleiter hat etwas davon gewusst.“
Jens Hauschke
Veröffentlicht 04.03.2005 22:16 Uhr
Zuletzt aktualisiert 04.03.2005 22:17 Uhr


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