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Aus der Mast auf den Teller - mit allzu vielen Rückständen
Lebensmittel-Skandal
Schweineschnitzel nicht immer appetitlich

01. März 2005 Schweineschnitzel können Reste von Antibiotika enthalten. In fünf von 17 Fleischproben wurden Rückstände der Medikamente gefunden, in einer davon lag der Wert über dem gesetzlichen Grenzwert. Das berichtete das Verbrauchermagazin „Öko-Test” am Dienstag in Berlin. In drei Schnitzeln wurden zudem erhöhte Keimzahlen entdeckt, in sechs Fällen wurden Keime entdeckt, die resistent gegen Tierantibiotika waren.

Experten vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) betonten allerdings, daß für die Verbraucher keine ernsthafte Gefahr bestehe, sofern sie das Fleisch sorgfältig garen würden. Professor Jürgen Wallmann vom BVL warnte jedoch vor Panikmache. Die Gefahr, daß durch die Tierantibiotika auch bei Bakterien des Menschen Resistenzen hervorgerufen würden, sei denkbar gering. „Die Rückstände im Fleisch sind allen internationalen Untersuchungen zufolge in ihren Auswirkungen auf den Menschen zu vernachlässigen.” Auch die Möglichkeit, daß über Antibiotika-resistente Keime wie Salmonellen diese Eigenschaft auf den Menschen übertragbar wäre, schätzt er gering ein.

Zu viele Antibiotika in der Tiermast

„Es ist wie beim Rauchen - auf Dauer steigt das Risiko, aber keiner weiß wie stark”, sagte Ökotest-Chefredakteur Jürgen Stellpflug am Dienstag. Generell seien die Funde ein Zeichen dafür, daß in der Tiermast noch zu viel Antibiotika eingesetzt würden. Bei Öko-Fleisch sei ihr Gebrauch zumindest auf das Notwendigste beschränkt. Vor einer hohen Keim-Belastung war im Test allerdings auch das Ökofleisch nicht gefeit. Die Proben wurden in normalen Supermärkten und Bioläden an der Theke wie im Kühlregal gekauft.

Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) forderte angesichts der Testergebnisse dazu auf, die strengen Anwendungsbestimmungen für Antibiotika in der 13. Arzneimittelrechtsnovelle in Bundestag und Bundesrat zügig zu beschließen. Bereits seit der 11. Novelle ist der Einsatz von Antibiotika im Stall deutlich reduziert worden. Ab Ende 2005 sind auch die letzten sogenannten antibiotischen Leistungsförderer als Futtermittelzusatzstoffe europaweit verboten. Der Deutsche Bauernverband betonte, daß nach einer aktuellen BVL-Studie in Deutschland erheblich niedrigere Resistenzraten vorlägen als bislang angenommen.


Bildmaterial: picture-alliance / dpa
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