Experten
vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
betonten allerdings, daß für die Verbraucher keine ernsthafte Gefahr
bestehe, sofern sie das Fleisch sorgfältig garen würden. Professor
Jürgen Wallmann vom BVL warnte jedoch vor Panikmache. Die Gefahr, daß
durch die Tierantibiotika auch bei Bakterien des Menschen Resistenzen
hervorgerufen würden, sei denkbar gering. „Die Rückstände im Fleisch
sind allen internationalen Untersuchungen zufolge in ihren Auswirkungen
auf den Menschen zu vernachlässigen.” Auch die Möglichkeit, daß über
Antibiotika-resistente Keime wie Salmonellen diese Eigenschaft auf den
Menschen übertragbar wäre, schätzt er gering ein.
Zu viele Antibiotika in der Tiermast
„Es
ist wie beim Rauchen - auf Dauer steigt das Risiko, aber keiner weiß
wie stark”, sagte Ökotest-Chefredakteur Jürgen Stellpflug am Dienstag.
Generell seien die Funde ein Zeichen dafür, daß in der Tiermast noch zu
viel Antibiotika eingesetzt würden. Bei Öko-Fleisch sei ihr Gebrauch
zumindest auf das Notwendigste beschränkt. Vor einer hohen
Keim-Belastung war im Test allerdings auch das Ökofleisch nicht gefeit.
Die Proben wurden in normalen Supermärkten und Bioläden an der Theke
wie im Kühlregal gekauft.
Verbraucherschutzministerin
Renate Künast (Grüne) forderte angesichts der Testergebnisse dazu auf,
die strengen Anwendungsbestimmungen für Antibiotika in der 13.
Arzneimittelrechtsnovelle in Bundestag und Bundesrat zügig zu
beschließen. Bereits seit der 11. Novelle ist der Einsatz von
Antibiotika im Stall deutlich reduziert worden. Ab Ende 2005 sind auch
die letzten sogenannten antibiotischen Leistungsförderer als
Futtermittelzusatzstoffe europaweit verboten. Der Deutsche
Bauernverband betonte, daß nach einer aktuellen BVL-Studie in
Deutschland erheblich niedrigere Resistenzraten vorlägen als bislang
angenommen.