Von: Karl-Heinz Braun-von Gladiß
Datum: 07/27/04 11:56:11
Betreff: Kopfläuse, Flöhe, Ameisen …
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Institut für
ganzheitliche Medizin |
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Dr. med. Karl Braun-von Gladiß |
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Zu Kopfläusen, Flöhen, Ameisen … Zu Goldgeist®, zu dem darin enthaltenen Pyrethrum-Gift und zur biologischen Alternative Lavendel Eine meiner derzeitigen MS-Patientinnen erlitt neulich eine gravierende Verschlechterung ihres Befindens, nachdem es ihr durch die Behandlungen bereits sehr erheblich besser gegangen war. Sie berichtete: Am nächsten Tag nach der Kopflaus-Behandlung ihres Kindes mit Goldgeist ging es ihr „hundsmiserabel“, alle bereits verschwundenen Symptome kehrten mit voller Wucht zurück. Im Test zeigte sich tatsächlich eine massive Pyrethrum-Belastung. Daher nahm ich sofort eine Toxin-Ausleitung mit dem Bicomgerät vor, was die Symptomatik erfreulicherweise erneut zum Verschwinden brachte.
Dies veranlaßt mich, wieder einmal vor der Anwendung von Goldgeist zu warnen, und zwar nicht nur bei Menschen, die nervenkrank sind, sondern auch bei Gesunden.
Goldgeist und Jacutin enthalten das Nervengift Pyrethrum, welches in Chrysanthemen auch vorkommt. Obwohl der Wirkstoff heute chemisch erzeugt wird, wird deshalb trotzdem von „natürlichen“ Pyrethroiden gesprochen.
Aus der anthroposophischen Medizin ist bekannt, daß Lavendel ein hervorragendes Mittel gegen die Bedrängung des Menschen durch Kleinlebewesen (Flöhe, Läuse, Ameisen, Milben etc.) ist.
Die einfachste Anwendungsform ist Lavendel Bademilch von Weleda.
Damit kann man den befallenen Kopf waschen, am besten so, daß der Lavendel Extrakt über Nacht im Haar verbleibt und morgens ausgewaschen wird. Auch Kopfkissen, Decken, Matratzen, Teppiche, das Hundekörbchen oder der Liegeplatz der Katze (beim Befall der Tiere mit Flöhen) und dergleichen lassen sich mit wenigen Tropfen Lavendel-Bademilch beträufeln, dies vertreibt die Kleinlebewesen. Beim Kopflaus-Befall der Kinder lassen sich die Nissen mit einem Nissenkamm hervorragend gut ausbürsten; die Nissen können sich so gut wie nicht mehr am öligen Haar halten.
Typische Ameisenstraßen werden mit Lavendelmilch beträufelt, worauf sich die Ameisen einen anderen Platz suchen.
Wer den Lavendelgeruch nicht erträgt, für den steht eine weitere Alternative zur Verfügung: Neem
Neem - Mittel gegen Flöhe und Läuse - (40 Komponenten enthaltender Extrakt aus dem Neem-Baum; bedeutendster Wirkstoff ist Azadirachtin; es blockiert das Hormonsystem der wirbellosen Tiere, hat aber keinen Einfluß auf das entsprechende System bei den Wirbeltieren. Es sei auch für Säuglinge ungefährlich). Es wurde erforscht in der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin des Evang. Krankenhauses Bethanien in Iserlohn, bereits 1994. Quelle: Zeitschrift Arzt und Umwelt 11, 4/98, S. 319 - 322. Autor: Dr. med. F.-J. Knust, Arzt für Kinderheilkunde, Umweltmedizin, Ev.Krankenhaus Bethanien, Iserlohn, Postfach 1962, 58634 Iserlohn, Fax 02371-212-302 Das Mittel ist als öliger Neem-Extrakt zur Anwendung wie Shampoo und als Neem-Salbe erhältlich.
zur Toxikologie der Pyrethroide ein Auszug aus http://www.allum.de/index.php?mod=noxe&n_id=28 (Autoren: Dr.. M. Otto und Prof. K. E. von Mühlendahl)
PyrethroideBeschreibungPyrethroide
sind Insektizide der vierten Generation. Sie sollten die
toxikologisch und ökologisch bedenklicheren Insektizide der
vorangegangen Generationen ablösen, zu denen
Organochlorverbindungen wie Lindan oder DDT, Organophosphate und
Carbamate zählten. EinteilungNach ihrer chemischen Struktur werden Pyrethroide in sogenannte Typ I-Pyrethroide (Vertreter: z. B. Permethrin, Allethrin, Bioresmethrin) und Typ II-Pyrethroide (Vertreter: z. B. Cypermethrin, Deltamethrin) unterteilt. BeständigkeitNach ihrer Beständigkeit in der Umwelt wird zwischen Kurzzeit- und Langzeitpyrethroiden unterschieden: Kurzzeitpyrethroide wirken einige Stunden bis Tage lang; während Langzeitpyrethroide wie z.B. Permethrin, Cypermethrin, Cyfluthrin und Deltamethrin über mehrere Wochen hinweg wirksam sind. WirkmechanismusPyrethrum
und Pyrethroide verfügen über einen gemeinsamen
Wirkmechanismus: sie blockieren die spannungsabhängigen
Natriumkanäle in den Nervenmembranen. Sie wirken als
Kontaktgifte, die beim Insekt eine starke Erregung, Lähmung
und Tod hervorrufen. Vorkommen/VerwendungPyrethroide
finden Anwendung in der Landwirtschaft (Obst- und Gemüseanbau),
in der Holz- und Forstwirtschaft, in der Zierpflanzenproduktion
sowie zur Flugzeugentwesung. Auf natürliche Weise gewonnenes
Pyrethrum darf auch im ökologischen Landbau eingesetzt
werden.
GesundheitsrisikenPyrethroide werden über den Magen-Darm-Trakt und über die Haut relativ schlecht aufgenommen (resorbiert). Am besten werden sie inhalativ aufgenommen. Nach Aufnahme werden Pyrethroide im menschlichen Körper rasch wieder ausgeschieden und durch körpereigene Enzyme entgiftet. Die sogenannte Halbwertzeit liegt im Durchschnitt bei etwa einem halben Tag. Untersuchungen zur Verteilung und Speicherung von Pyrethroiden im Körper von Mensch und Tier haben gezeigt, dass diese Stoffe bei Warmblütern nicht gespeichert werden. Symptome bei VergiftungenNatürliches
Pyrethrum und synthetisch hergestellte Pyrethroide sind in erster
Linie neurotoxisch, sie wirken als Nervengifte. Besondere Empfindlichkeit von KindernMöglicherweise sind Neugeborene und Kinder durch Pyrethroide stärker gefährdet als Erwachsene: aus Tierversuchen kommen entsprechende Hinweise. Dies könnte mit einem Mangel an Entgiftungsenzymen im Neugeborenenorganismus zusammenhängen. Weitere WirkungenNeben den neurotoxischen Wirkungen des Pyrethrums und der Pyrethroide soll die lokale Wirkung von Pyrethrum als Kontaktallergen nicht unerwähnt bleiben. Belastung mit PyrethroidenIn
Einzeldarstellungen werden typische
Pyrethroidbelastungssituationen im Zusammenhang mit möglichen
gesundheitlichen Auswirkungen kommentiert. Zu bedenken ist
allerdings, dass kommerzielle Mittel neben Pyrethoiden in der
Regel noch weitere Wirkstoffe sowie Lösemittel und
Zusatzstoffe enthalten, die gleichfalls eine gesundheitliche
Wirkung zeigen können. Über (denkbare) Wechselwirkungen
der Wirkstoffe untereinander ist bisher wenig bekannt. Schließlich
dürfen die Dauer einer Exposition und die Menge der
tatsächlich aufgenommenen Wirkstoffe/Schadstoffe nicht außer
acht gelassen werden.
AnalytikPyrethrum,
Pyrethroide und der Wirkungsverstärker PBO (Piperonylbutoxid)
können im Hausstaub und in Materialproben von Teppichen,
Textilien, Holz etc. bestimmt werden. Bei Hausstaubanalysen sollte
aus Gründen der Vergleichbarkeit die so genannte "< 2
mm-Fraktion " untersucht werden. Im Rahmen der vom
Umweltbundesamt durchgeführten Umweltsurveys wurden in
zufällig ausgewählten Haushalten durchschnittlich 0,22
Milligramm Permethrin pro Kilogramm Hausstaub gefunden - mit
steigender Tendenz im Jahresvergleich. BiomonitoringDer
Nachweis von Pyrethroiden im Blut gelingt meist nur wenige Stunden
nach einer Aufnahme, da die Substanzen rasch abgebaut werden. Eine
Blutuntersuchung ist daher in der Regel nicht sinnvoll Grenzwerte/Richtwerte/VorsorgewerteDie
Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Bundesinstitut für
gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin
(BgVV) haben für Pyrethrum und einige Pyrethroide Werte für
die duldbare tägliche Gesamtaufnahme (angegeben in Mikrogramm
pro Kg Körpergewicht und Tag) festgelegt: Vorbeugung/SanierungHolzschutz- und SchädlingsbekämpfungsmittelOft
sind Schädlinge im Innenraum ein nach außen sichtbares
Zeichen für Mängel in der baulichen Gestaltung der
Wohnung und in der Wohnraum- bzw. Küchenhygiene. Die
Vorbeugung beginnt also damit, Lebensmittel geschützt zu
lagern, Abfälle geeignet aufzubewahren und zu entsorgen und
die Wohnung regelmäßig und gründlich zu reinigen.
Pyrethroide und HaustiereKinder sollten unbedingt davon abgehalten werden, in zu engen Kontakt mit dem frisch mit Insektenbekämpfungsmitteln behandelten Fell von Haustieren zu treten. Eine entsprechende Warnung hat die beim BgVV angesiedelte "Zentrale Erfassungsstelle für Vergiftungen, gefährliche Stoffe und Zubereitungen, Umweltmedizin" ausgesprochen. Pyrethroide in TeppichenAuf
die Pyrethroidausrüstung (Eulanisierung) von Wollteppichen
kann eigentlich nur in seltenen Fällen (offen ausliegender
Teppich mit regelmässiger Reinigung) und unter Inkaufnahme
eines möglichen Befalls durch Motten- und Teppichkäferlarven
verzichtet werden. Eine Kennzeichnung pyrethroidausgerüsteter
Teppiche ist sinnvoll ! Pyrethroide und ElektroverdampferAngesichts unschädlicher Alternativen (Fliegengitter, Moskitonetze) ist vom Einsatz von Elektroverdampfern im Innenraum, insbesondere in Kinder- und Schlafzimmern abzuraten. Pyrethroide und KopflausmittelHierzu
wird auf den detaillierten Informationstext verwiesen. Fazit:Unsachgemäßer Gebrauch von pyrethroidhaltigen Insektiziden zur Schädlingsbekämpfung kann zu akuten Gesundheitsbeschwerden führen. Vor einem leichtfertigen Einsatz wird daher gewarnt. Bei sachgemäßer Anwendung (Wollteppichausrüstung) und gelegentlichem Gebrauch (Tierfloh- und Kopflausbekämpfung) sind gesundheitliche Schäden nach derzeitigem Wissen nicht zu befürchten. Die Verwendung von Elektroverdampfern im Innenraum stellt eine unnötige/vermeidbare Belastungsquelle dar. Autoren:
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