Was sind Pestizide?
Pestizide ist die allgemeine Definition für Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel.
Man gliedert die Pestizide nach ihrer Verwendung in verschiedene Gruppen. Die wichtigsten sind:
- Fungizide (gegen Pilzbefall)
- Insektizide (gegen Insekten)
- Herbizide (gegen Unkräuter)
- Molluskizide (gegen Schnecken)
Gesundheitsgefährdung durch Pestizide
Pestizide sind Gifte. Neben akuten Vergiftungen werden vermehrt gesundheitliche Langzeitfolgen beobachtet: Unfruchtbarkeit, Beeinträchtigungen des Immunsystems, Früh- und Fehlgeburten, Entwicklungs- und Verhaltensstörungen sowie chronische Schädigungen des Nervensystems und Krebserkrankungen werden wissenschaftlich dokumentiert.
Gesundheitsschäden (beispielsweise Krebs, Fortpflanzungsprobleme,
Stoffwechselprobleme), die wir heute feststellen, sind teilweise auf
Schadstoffeinwirkungen von vor 20-40 Jahren zurückzuführen. Noch
ungeborene Babys im Mutterleib und Kleinkinder reagieren sehr
empfindlich auf Umweltgifte. Pestizide schaden daher immer auch der
Gesundheit der zukünftigen Generationen.
Allergieauslöser Pestizide
Allergien sind auf dem Vormarsch. Während noch in den 50er Jahren lediglich ein bis zwei Prozent der Bevölkerung an Allergien litten, sind es heute zwischen zehn und zwanzig Prozent. Ursachen für diesen Anstieg werden gerade auch in der gestiegenen allgemeinen Umweltbelastung gesehen. Auch Pestizide können Allergieauslöser sein; z.B. wenn sie an körpereigenes Einweiß gebunden werden.
Umwelthysterie oder Frühwarnsystem?
Gerade für von Pestiziden ausgelöste Allergien gilt, dass bereits
sehr geringe Giftmengen genügen, um Wirkung zu zeigen. Andererseits
treten diese Wirkungen nicht grundsätzlich auf, sondern nur bei einem
bestimmten Prozentsatz von „empfindlichen“ Menschen.
Lange gab
es keine gesicherten Erkenntnisse über Krankheitsverläufe und Symptome
bei Menschen, die längere Zeit bestimmten Umweltschadstoffen ausgesetzt
waren. Außerdem wurden die Gefahren, die von Umweltgiften ausgehen
lange Zeit unterschätzt. Jetzt gibt es intensivere Forschungsarbeiten
und Langzeitstudien, die die bisherigen Wissenslücken schließen.
Besonders Kinder betroffen
Das größte Allergierisiko müssen die Kinder tragen. Bereits heute leidet knapp jedes vierte Kind an mindestens einer allergischen Krankheit. Man geht in den kommenden 20 Jahren von einer Verdoppelung bis Verdreifachung der Allergiefälle aus. Außerdem führt die weite Verbreitung immer zahlreicherer, nicht ausreichend untersuchter Chemikalien, zu schwerwiegenden Krankheiten. Irreparable Störungen des Nerven- und Immunsystems, Entwicklungsstörungen und zunehmende Unfruchtbarkeit bei Frauen und Männern.
Kinder nehmen Pestizide leichter auf
Kinder atmen, essen und bewegen sich dreimal so viel wie Erwachsene.
Kleinkinder haben keine sogenannte Blut-Hirnschranke, d.h. das Gift
geht direkt ins Gehirn und wirkt auf die Nervenzellen. Die
Hautoberfläche von Kindern ist – bezogen auf das Körpergewicht – fast
drei Mal größer als beim Erwachsenen. Die Schadstoffaufnahme ist
entsprechend höher.
Und Kinder wachsen. Werden z.B. das Gehirn
oder die Geschlechtsorgane in einer kritischen Wachstumsphase von
Pestiziden beeinflusst, kann es zu bleibenden Schäden kommen.
Tierstudien belegen, dass nervengiftig wirkende Pestizide bleibende
Veränderungen in der Struktur und in der Funktionsweise des Gehirns
verursachen können, wenn das Gift nur an einem einzigen kritischen Tag
in der Entwicklung einwirkt.
Wirkungen der wichtigsten landwirtschaftlich eingesetzten Pestizide
Endosulfan
Endosulfan ist eine besonders stabile chemische Verbindung. Das
heisst, Endosulfan hält sich sehr lange. Im Zellversuch regte ein
Chemikaliengemisch aus Endosulfan und anderen Pestiziden das Wachstum
von Brustkrebszellen an.
Bei Tieren wurde eine Verringerung
der Fruchtbarkeit, Verweiblichung der Männchen und verändertes
Sexualverhalten festgestellt. Beim Menschen wird eine Abnahme der
Spermienzahl diskutiert und eine Zunahme von Brust- und Hodenkrebs
beobachtet. In Deutschland ist Endosulfan nicht mehr zugelassen, weil
es stark fischgiftig ist und nur sehr schwer abgebaut werden kann.
Cypermethrin
Cypermethrin aus der Gruppe der Pyrethroide, eine besonders stabile umweltstabile chemische Verbindung wurde von der Weltgesundheitsbehörde als hochgiftig klassifiziert. Cypermethrin reichert sich im Fettgewebe an. Auch dieser Stoff ist im Körper hormonell wirksam und beeinflusst Fruchtbarkeit und Sexualität.
Procymidone
Procymidone ist ein Fungizid (Pilzgift). Es steht in hohem Verdacht, Krebserkrankungen auszulösen. Wissenschaftliche Studien geben an, dass Procymidone in das Hormonsystem von Tier und Mensch eingreift.
Pirimiphos-Methyl
Das akute Vergiftungsbild von Pirimiphos-methyl ist gekennzeichnet durch Leibschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Erregung, Krämpfe, Verwirrtheitszustände, Halluzinationen, Angst, Beklemmung, Bewußtlosigkeit, Koma. Der Tod kann durch Herz-Kreislaufversagen und/oder Atemlähmung sowie durch Lungenödem auftreten. Pirimiphos-methyl ist hochtoxisch für Bienen und Wasserorganismen.
Bifenthrin
Dieser Stoff steht laut der amerikanischen Zulassungsbehörde USEPA im Verdacht, Krebserkrankungen auszulösen. Er reichert sich im Fettgewebe an und ist hochgiftig für Wasserlebewesen.
Iprodione
Iprodione steht im Verdacht, krebserregend zu wirken. Gegenwärtig sind nur wenige ökotoxikologische Studien zu diesem Wirkstoff vorhanden. Es gilt vor allem als Gift für Wildtiere.
Pyrazophos
Dieses Pestizid hat eine ähnliche Wirkung wie das oben erwähnte Pirimiphos-Methyl.
Nuarimol
Ein Pilzbekämpfungsmittel. Es wird von der Weltgesundheitsorganisation als „slighlty hazardous“ eingestuft.
Chlorpyrifos
Das ist ein Insektizid (Insektenbekämpfungsmittel). Es wirkt auf das Nervensystem und kann bei akuter Vergiftung Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, enge Pupillen, starkes Schwitzen, Atembeschwerden, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Angstzustände, Depression, verwaschene Sprache, Alpträume, toxische Psychosen etc., verursachen.
Der Cocktail-Effekt
Die beschriebene Einzelwirkung der in den Paprika gefundenen Pestizide ist schon schlimm genug. Besonders brisant ist aber, dass ein ganzer Giftcocktail die Paprikapflanzen verseucht. Welche Wirkungen die Kombination verschiedener Pestizide auf den Menschen hat, ist zum Teil noch sehr wenig beschrieben worden. Aber als sicher gilt, dass das Gemisch aufgrund verschiedenster Mechanismen eine erheblich höhere Giftigkeit hat, als einzelne Substanzen.
Die wichtigsten Gefahren-Symbole im Überblick:
Weitere Informationen:
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