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05.05.2005 Mikrowellen-Plastik -
Bisphenol A - ein Stoff für Alpträume?
NDR| 18.11.2003 | 21.55 Nicolas Peerenboom
Bisphenol A - ein Stoff für
Alpträume?
Kaum einer kennt ihn, und jeder hatte schon mal Kontakt mit ihm: Die
Rede ist von Bisphenol A. Diese chemische Substanz steht im
Verdacht, die Gesundheit zu gefährden. Und das schon in sehr
geringen Mengen. Betroffen vor allem: Schwangere Frauen, ungeborene
Kinder und Säuglinge.
Was ist Bisphenol A?
Bisphenol A, kurz BPA, nutzt die chemische Industrie vor allem, um
daraus einen speziellen Kunststoff mit dem Namen Polycarbonat oder
Epoxydharzlacke zu produzieren. Polycarbonat ist eine vielseitige,
bequem zu verarbeitende Plastiksorte, die in vielen Produkten
unseres Alltags vorkommen kann. BPA kann zum Beispiel in
CD-Beschichtungen vorkommen, in Plastikverpackungen für
Lebensmittel, aber auch in Babyflaschen oder Plastikgeschirr aus
Polycarbonat. Es könnte aber auch in Dosen anzutreffen sein. Und
zwar als Innenbeschichtung aus Epoxydharz.
Die chemische Industrie produzierte
vergangenes Jahr rund 410.000 Tonnen BPA. Es geht um einen Markt von
rund drei Milliarden Euro.
Bisphenol A wirkt beim Menschen wie
ein Hormon
BPA hat neben seinen Vorzügen in der Kunststoffherstellung aber
auch unerwünschte Eigenschaften, die den Forschern Sorgen bereiten:
Dazu Prof. Gilbert Schönfelder, Toxikologe an der Charité in
Berlin: „Bisphenol A ist eine Chemikalie mit hormonartiger
Wirkung. Es wirkt wie das weibliche Hormon Östrogen. Und wir
wissen: Östrogene sind lebenswichtig, für Neugeborene und
ungeborene Menschen. Nun, Bisphenol A kann in diesen Hormonhaushalt
eingreifen."
Auch das Erbgut kann Schaden nehmen
In ersten Untersuchungen aus Amerika konnte an Mäusen nachgewiesen
werden, dass die Verabreichung von BPA selbst in niedrigen Dosen
bereits erbgutändernd wirken und zum Beispiel das bekannte
Dowsyndrom verursachen kann. (Untersuchung von Patricia Hunt
(Department of Genetics, Case Western Reserve University, Cleveland,
OH 44106-4955 USA) und anderen. Titel der Studie: „Bisphenol A
Exposure Causes Meiotic Aneuploidy in the Female Mouse“, Quelle:
Current Biology, Vol 13, 546-553, 1 April 2003)
Schwangere reichern Bisphenol A an
In einer Studie von Prof. Gilbert Schönfelder (Institut für
klinisches Pharmakologie und Toxikologie, Charité) und Kollegen
wurde das Blut von 37 schwangeren Frauen untersucht. Bei allen
Schwangeren fanden die Wissenschaftler BPA, das sich in den
Plazenten angereichert hatte. Aber auch im Blutkreislauf der Föten
konnten die Toxikologen BPA nachweisen. Allerdings in geringeren
Mengen als im Blut der Mutter(Titel der Studie: „Parent Bisphenol
A Accumulation in the Himan Maternal-Fetal-Placental Unit“,
veröffentlicht u.a. in: Environmental Health Perspectives, Volume
110, Number 11, November 2002, A703-A707)
Bisphenol A - ein unerforschter
Stoff?
Seit über 50 Jahren ist die Industriechemikalie bekannt. Doch noch
weiß niemand wirklich genau, ob und wenn ja, in welcher Menge, BPA
für den Menschen schädlich ist. Dr. Andreas Gies vom
Umweltbundesamt ahnt, woran das liegen könnte. "Über die
hormonellen Auswirkungen von Bisphenol A wissen wir seit über 50
Jahren Bescheid. Aber bis jetzt hat sich niemand interessiert für
die Auswirkungen in sehr niedrigen Dosen, vor allem für die
Auswirkung während der Schwangerschaft und während der frühen
Entwicklung des Kindes oder des heranwachsenden Organismus. Zum
Zweiten ist es so, dass wir erst langsam die Analysenmethoden
entwickeln, um so geringe Konzentrationen zum Beispiel im Körper
feststellen zu können."
Es gibt Grenzwerte
Wie viel Bisphenol A von einer Lebensmittelverpackung in die Nahrung
„wandern“ darf, hat die Europäische Union in einer Richtlinie
geregelt. Danach dürfen aus der Verpackung maximal 3 Milligramm
Bisphenol A pro Kilogramm Lebensmittel in dieses hinein gelangen.
Dieser Grenzwert soll verschärft werden. Künftig sollen nur noch
0,6 Milligramm je Kilogramm Lebensmittel erlaubt sein.
Plusminus testet
Wie verbreitet ist Bisphenol A nun? Um das herauszufinden, hat
Plusminus stichprobenartig Lebensmittel und Bedarfsgegenstände, zum
Beispiel Plastikschüsseln, erworben und im Chemielabor Galab
Laboratories (Geesthacht) untersuchen lassen. In der
Tomatencreme-Suppe der Marke Erasco wurden die Chemiker auf Anhieb
fündig: 8,9 Mikrogramm je Kilo Lebensmittel. Aber auch in den
beiden untersuchten Schüssel der Marke Tupperware – eine davon
speziell geeignet für die Mikrowelle - entdeckte Galab Bisphenol A:
Einmal 11,6 Mikrogramm je Kilogramm, das andere Mal 11,5 Mikrogramm.
Die Mikrowelle hilft
Schon vor einigen Monaten hatte die Zeitschrift Ökotest in
Babyflaschen aus Polycarbonat eine Bisphenol A Quelle ausgemacht.
Wenn das Getränk zum Beispiel Milch in der Babyflasche gefüllt und
dann in der Mikrowelle erhitzt wird, spaltet sich Polycarbonat auf
und gibt dabei Bisphenol A an das Getränk ab.
Risiken und Nebenwirkungen – eine
Bewertung
Die von Plusminus in der Tomatencreme-Suppe und in den
Plastikschüsseln gefundenen Bisphenol A Mengen liegen weit unter
dem gesetzlichen Grenzwert der EU. Ist Bisphenol A also keine Gefahr
für den Menschen, ist alles nur Panikmache? Dazu Prof. Gilbert
Schönfelder von der Charité in Berlin:
„Die Mengen an Bisphenol A, die Sie
speziell in der Tomatensuppe gefunden haben, die werden nicht
gefährlich sein. Da wir aber die vielen Quellen nicht
identifizieren können, wo Bisphenol A herkommt und wie wir es
aufnehmen, bleibt trotzdem ein großes Fragezeichen offen. Denn wir
wissen, dass die Mengen, die wir täglich zu uns nehmen, doch
wesentlich höher sind. In Bereichen, wie sie in dem einen oder
anderen Tierversuch zu unerwünschten Effekten geführt haben."
Die Summe, die sich im Körper
anreichert, macht´s also und nicht das einzelne Lebensmittel. Doch
die kumulativen Effekte von Bisphenol A werden im EU-Grenzwert nicht
berücksichtigt.
So beugen Verbraucher vor
Besonders Schwangere und Mütter mit Neugeborenen sollte in der
Ernährung darauf achten, so wenig wie möglich mit Bisphenol A in
Kontakt zu kommen. Die Empfehlungen sind simpel:
- Lebensmittel nicht in
Plastikverpackungen aus Polycarbonat in der Mikrowelle erhitzen
- Lebensmittel nicht in Plastikschüsseln aus Polycarbonat in der
Mikrowelle erhitzen
- Dosengerichte vermeiden
- Glas- oder Keramikschüsseln verwenden, um Lebensmittel zu
erwärmen.
- Bei Babyflaschen hilft der Umstieg auf Glasflaschen.
Viele Plastikverpackungen tragen ein
Kennzeichen für den verwendeten Kunststoff. Das Kennzeichen besteht
aus einem Dreieck mit umlaufendem Pfeil. Besondere Vorsicht ist
geboten, wenn der Kunststoff gar nicht gekennzeichnet ist oder unter
dem Dreieck ein „PC“ für Polycarbonat steht.
Dieser Text gibt den Fernseh-Beitrag
vom 18.11.2003 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des
Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.
Quelle www.daserste.de
04.05.2005 - Hüpfknete enthält
hohe Mengen an Borsäure - Bundesamt
für Risikobewertung
Sie hat Eigenschaften wie eine
Kreuzung aus Knete und Flummi, wird Hüpf- oder Springknete genannt
und von vielen Kindern als spaßige Spielmasse geliebt. Sie lässt
sich beliebig verformen und springt wie ein Gummiball. Allerdings
verwenden die Hersteller bei der Produktion der Hüpfknete unter
anderem Borsäure.
„Es besteht das Risiko, dass
Borsäure beim Spielen durch Hautkontakt, aber auch durch Kauen oder
Verschlucken aus der Hüpfknete herausgelöst wird“, sagt
BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Zwar sei Bor in
geringen Spuren für den Körper lebensnotwendig, größere Mengen
könnten jedoch zu gesundheitlichen Schäden führen.
Bei der Abschätzung des
gesundheitlichen Risikos von Borsäure in Hüpfknete kommt das BfR
zu dem Schluss, dass selbst beim Spielen mit der Knete kritische
Mengen an Borsäure herausgelöst werden können. Die tägliche
tolerierbare Aufnahmemenge (TDI) für Borsäure kann dabei schon
fast erreicht werden. „Dies ist aus unserer Sicht nicht
akzeptabel, weil Kinder zusätzlich Bor auch aus der Nahrung und
anderen Bedarfsgegenständen aufnehmen können“, so Hensel.
Borsäure wirkt im Tierversuch
frucht- und entwicklungsschädigend. Für Borverbindungen gilt ein
TDI-Wert von 0,1 Milligramm Bor pro Kilogramm Körpergewicht (mg/kg
KG) und für Borsäure entsprechend ein TDI von 0,57 mg/kg KG, der
als tägliche Aufnahmemenge toleriert werden kann. Ein Kind von 20
Kilogramm Gewicht könnte beim bestimmungsgemäßen Gebrauch der
Hüpfknete über die Haut nach Abschätzungen etwa diese Menge
aufnehmen.
Wird der Inhalt einer
handelsüblichen 17-Gramm-Packung Hüpfknete gar von einem Kind
verschluckt, würde der TDI-Wert sogar kurzfristig überschritten.
Auch wenn mit einer akuten Gesundheitsschädigung in diesem Fall
nicht gerechnet werden muss, ist der Abstand zur einer giftigen
Dosierung zu gering. Rechnet man noch hinzu, dass Bor bzw. Borsäure
zusätzlich über Lebensmittel und andere Produkte aufgenommen wird,
kann in diesem Fall die toxikologisch wirksame Menge im Körper
erreicht werden. Borsäure wird wegen seiner
konsistenzbeeinflussenden, flammhemmenden, antiseptischen und
konservierenden Eigenschaften in zahlreichen Produkten eingesetzt.
Nach Ansicht des BfR sollte der
Borsäuregehalt in Spielzeug, wie bereits 1995 gefordert, unbedingt
verringert werden.
Dokumente:
- Borsäure in Hüpfknete
(Gesundheitliche Bewertung Nr. 014/2005 des BfR vom 27.10.2004) (PDF-Datei,
48.2 KB)
Kontakt:
Pressestelle des BfR
Thielallee 88-92, 14195 Berlin
Tel.: +49-(0)30-8412-4300, Fax: +49-(0)30-8412-4970
email:pressestelle@bfr.bund.de
Quelle www.eco-info.de
04.05.2005 - Warnung vor
tropischer Wurminfektion
WHO unterschätzt Bilharziose-Gefahr - Mehr als 200 Mio. Betroffene
London/Cleveland (pte/02.05.2005/12:27)
- Forscher der University of Ohio warnen vor der afrikanischen
Parasitenerkrankung Bilharziose. Die Folgen dieser durch
verunreinigtes Trinkwasser entstehenden Erkrankung, die zu
Wurmbefall in den inneren Organen führt, sind von der WHO bei
weitem unterschätzt, schreiben die Experten in der jüngsten
Ausgabe des Wissenschaftsmagazins The Lancet http://www.thelancet.com.
Bilhaziose - auch Schistosomasis
genannt - ist eine in den Tropen weit verbreitete Erkrankung, deren
Auftreten vom Vorkommen der als Zwischenwirte fungierenden, in
warmen Binnengewässern lebenden Schnecken abhängig ist.
Krankheitserreger sind Pärchenegel, eine ein bis zwei Zentimeter
lange Saugwürmergattung. Die Larven dieser Würmer dringen bei
Kontakt mit kontaminiertem Wasser durch die Haut des Menschen ein
und wandern über Lymph- und Blutgefäße in die Leber, wo sie sich
zu reifen Pärchenegeln entwickeln. Anschließend verbreiten sie
sich und befallen Harnblase, Darm, Leber, Lunge und Gehirn. Mit
Medikamenten ist die Erkrankung recht gut heilbar, allerdings - und
das ist das größte Problem - steht sie im Schatten anderer
Krankheiten wie Malaria, HIV und Tuberkulose.
Das Forscherteam um Charles King vom
Center for Global Health and Diseases in Cleveland, Ohio http://ora.ra.cwru.edu
hat nun die Belastungen durch diese Erkrankung untersucht. Während
die WHO angibt, dass die Behinderung nach Bilharziose nur 0,5
Prozent trifft, kommt King auf Zahlen zwischen zwei und 15 Prozent.
Tödlich verläuft die Erkrankung zwar nur selten, aber die
Betroffenen leiden an zahlreichen schmerzhaften Symptomen wie
Anämie, Durchfälle und Unterernährung und
Erschöpfungszuständen. King fordert, dass dieser Erkrankung mehr
Aufmerksamkeit gewidmet werden soll. Experten wie Lorenzo Savioli
von der WHO stimmen den Ausführungen zu.
Andere Fachleute führen eine
Steigerung des Erkrankungsrisikos auf landwirtschaftliche
Bewässerungsprojekte und Staudammbauten in den Tropen zurück, da
auf diese Weise neue Lebensräume für die zwingend notwendigen
Zwischenwirte (Schneckenarten) geschaffen werden. Zusätzlich
verschärfen mangelnde hygienische Einrichtungen den
Entwicklungszyklus der Parasiten. Durch die Zunahme des
Ferntourismus nimmt außerdem die Zahl importierter Krankheitsfälle
in den Industrieländern ständig zu. (Ende)
Quelle: pressetext.austria
04.05.2005 - Gratis-Adrenalin
gegen tödlichen Schock
Freies Medikament soll Todesgefahr durch allergische Überreaktionen
verhindern
Rom
(pte/04.05.2005/12:51) - In Italien soll die Gefahr, auf Grund einer
allergischen Reaktion an einen anaphylaktischen Schock zu sterben,
durch frei zugängliches Adrenalin gemindert werden. Dies wurde
heute, Mittwoch, am derzeit in Rom stattfindenden
Allergologenkongress der Società Italiana di Allergologia e
Immunologia (SIAC) http://www.siaic.net publik gemacht. Die SIAC
will durch eine italienweite Kampagne durchsetzten, dass das
selbstinjizierbare Medikament in Schulen, Ämtern, öffentlichen
Orten und Unternehmen kostenlos verfügbar ist.
"Die Zahl der anaphylaktischen
Schocks ist kontinuierlich steigend. Jedes Jahr erleiden 300
Personen so heftige allergische Reaktionen, dass sie einen
anaphylaktischen Schock entwickeln. Wird der Patient nicht so rasch
wie möglich medizinisch versorgt, ist die Gefahr groß, dass er
stirbt. Wir schätzen, dass einer von hundert Schocks tödlich
ausgeht", erklärte SIAC-Vizepräsident Luigi Fontana.
Hauptsächlich werden die Schocks durch heftige Reaktionen auf
Medikamente (70 bis 80 Prozent), Insektenstiche (15 bis 30 Prozent)
und Nahrungsmittel (10 Prozent) ausgelöst. Im Falle eines Schocks
kann durch die Bereitstellung von Adrenalin - das einzig hilfreiche
und prompt wirksame Medikament - das Sterberisiko auf Null reduziert
werden. (Ende)
Quelle: pressetext.austria
04.05.2005 - Ethinylestradiol und
Bisphenol A schädigen Mäuseföten
Deformationen der Prostata und Harnröhre nachgewiesen
Columbia
(pte/04.05.2005/13:15) - Chemikalien, die in oralen
Verhütungsmitteln und Lebensmittelbehältern enthalten sind,
schädigen die Entwicklung von Mäusen. Experten der University of
Missouri http://www.missouri.edu zeigten sich über eine mögliche
Gefährdung des Menschen besorgt. Männliche Mäuse, die in der
Gebärmutter derartigen Substanzen ausgesetzt waren, entwickelten
Deformationen der Prostata und der Harnröhre. Tests wurden für
Ethinylestradiol und Bisphenol A durchgeführt. Die Ergebnisse der
Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences
http://www.pnas.org veröffentlicht. Derzeit bestehen keine klaren
Hinweise auf das Auftreten ähnlicher Probleme beim Menschen.
Die Wissenschafter verabreichten den
Mäusen Dosierungen der Chemikalien, die unter den Mengen lagen,
denen schwangere Frauen ausgesetzt sein können, wenn sie weiter die
Pille einnehmen und verunreinigte Lebensmittel und Getränke zu sich
nehmen. Die männlichen Föten wiesen in der Folge eine
Vergrößerung der Prostata und eine Verengung der Harnröhre auf.
Der leitende Wissenschafter Frederick vom Saal erklärte, dass
während der fötalen Entwicklung geringe Mengen von östrogenalen
Chemikalien die Zellkontrollsysteme permanent stören und die
Prostata anfälliger für Krankheiten machen können. Er geht laut
BBC davon aus, dass diese Chemikalien Prostatakrebs verursachen
können.
Quelle: pressetext.austria
Mitte April wurde die
Landesgartenschau NRW eröffnet – auf dem Gelände einer
ehemaligen Giftmülldeponie des BAYER-Konzerns. Das Neue Deutschland
berichtet in seiner heutigen Ausgabe über die Kritik an dem „Feigenblatt
auf der Dhünnaue“:
03.05.2005 - Es grünt so grün
das Gift...
Auf Giftmüll-Boden blüht die Landesgartenschau in Leverkusen
Jahrzehntelang benutzten
Bayer-Konzern und die Stadt Leverkusen die Dhünnaue als
Problem-Deponie. Jetzt ist das Gelände eine "grüne
Insel" - Umweltschützer monieren unzureichende
Schutzmaßnahmen.
Auf weitläufigen Wiesen tummeln sich
Kinder, Familien haben die Picknickdecke ausgebreitet, Liebespaare
kuscheln auf Parkbänken, und Senioren schlendern durchs Blütenmeer
- doch die Idylle auf der Mitte April eröffneten
nordrhein-westfälischen Landesgartenschau trügt. Unter dem
Gelände verbirgt sich einer der größten Giftmüllskandale
Westdeutschlands, der für die Verantwortlichen zwar Schnee von
gestern ist, bei Umweltverbänden aber bis heute als höchst brisant
gilt. Jahrzehntelang hatten der Chemiekonzern Bayer und die Stadt
Leverkusen die Auen des Flüsschens Dhünn, auf denen nun die
Landesgartenschau angelegt ist, als Deponie genutzt.
Bis in zwölf Meter Tiefe lagern hier
etwa drei Millionen Tonnen Chemierückstände, Bauschutt und
Hausmüll. Während der Leverkusener Bürgermeister in dem sanierten
und durch die Landesgartenschau rekultivierten Gelände einen
"glücklichen umweltpolitischen und städtebaulichen
Schlusspunkt" sieht, kritisiert die Coordination gegen
BAYER-Gefahren (CBG) die Sanierung wie auch die historische
Aufarbeitung als unzureichend. "Von einer nachhaltigen
Sicherung der Deponie kann nicht gesprochen werden", sagt
Philipp Mimkes, Geschäftsführer der CBG. Das verseuchte Erdreich
sei weder abgetragen noch vollständig umschlossen worden. Lediglich
oberirdisch und seitlich sei es abgedeckt worden, nach unten sei es
offen. Frank Stupp, Pressesprecher der Landesgartenschau hält dem
entgegen, dass die im Untergrund lagernden Gesteine eine natürliche
Barriere bilden würden, muss jedoch zugeben, dass diese Schichten
nicht komplett wasserundurchlässig sind. CGB und Umweltverbände
fordern deshalb eine nachhaltige Sicherung. "Es gab Pläne,
Teile der Abfälle vor Ort durch eine thermische Behandlung zu
entsorgen und den Rest vollständig zu umkoffern", sagt Mimkes.
Aus Geldgründen sei dies unterblieben, mutmaßt er.
Die Geschichte der Dhünnaue liest
sich wie ein Öko-Krimi. Trotz der Gifte im Boden errichtet
Leverkusen in den 1950er Jahren auf der Deponie Wohnhäuser, eine
Schule, einen Kindergarten und ein Altenheim. Eher zufällig wird
Mitte der 1980er Jahre eine Umweltprüfung durchgeführt. Das
Ergebnis: die Aue ist mit hochgiftigen Schadstoffen belastet. Die
Stadt empfiehlt den Bewohnern, die Gartennutzung einzuschränken und
die Auen-Wiesen nicht mehr zu betreten. Leverkusener Ärzte fordern
dagegen eine Umsiedlung der Bewohner. Erst Anfang der 1990er
entschließt man sich, die Wohnbebauung aufzugeben und das Gelände
zu sanieren.
"Wir wollen und können nichts
von der Geschichte der Dhünnaue verheimlichen", sagt Stupp.
Eine Ausstellung auf dem Gelände präsentiere ja offen die
historischen Abläufe. Den Opfern der Giftmülldeponie einen
Gedenkstein zu setzen, wie es CBG verlangt, geht Stupp aber zu weit:
"Es gibt keine konkreten Hinweise auf Opfer. Wer weiß schon,
ob eine Krebserkrankung mit dem Müll zu tun hat." Recherchen
des "Spiegel" von 1992 belegen indes, dass es bei den
Bewohnern zu einer statistischen Häufung von tödlichen
Krebserkrankungen kam. "Das wird einfach unter den Teppich
gekehrt", empört sich Mimkes. Der Bund für Umwelt und
Naturschutz in Nordrhein-Westfalen schließt sich dem an. "Ich
halte es für bedenklich, dass eine Altlast von Bayer zur
Kaschierung des Skandals in ein Vorzeigeprojekt veredelt wird - und
das mit öffentlichen Mitteln", sagt Geschäftsführer Dirk
Jansen.
Die meisten Besucher der
Landesgartenschau freuen sich indes über den schönen Park. Viele
wissen von der problematischen Geschichte, finden es aber "ganz
toll", was man aus der ehemaligen Deponie gemacht hat.
"Besser als vorher", sagt ein Besucher. Vor dem Gift im
Boden hat er keine Angst. Es gibt aber auch kritische Stimmen.
Christiane Berger ist Gartenbau-Spezialistin und resümiert:
"Ich finde das Gesamtkonzept eintönig. Es fehlen Bäume auf
den viel zu großen Rasenflächen. Man merkt, dass hier keine tief
wurzelnden Pflanzen gepflanzt werden durften, weil das die Abdeckung
der Deponie schädigen könnte." Für sie sieht das Ganze auch
bildlich wie ein großer grasgrüner Deckmantel aus.
Von Christiane Martin, Leverkusen
Quelle: Coordination
gegen BAYER-Gefahren
03.05.2005 - Frittieren vergiftet
die Nahrung
Hochgiftige Substanz bildet sich in erhitztem Pflanzenöl
St.
Paul, Minneapolis (pte/03.05.2005/12:25) - Durch das Erhitzen von
ungesättigten Pflanzenölen auf eine frittiertaugliche Temperatur
von über 185 Grad Celsius bildet sich im Fett eine hochgiftige
Substanz. Der Giftstoff HNE (4-hydroxy-trans-2-nonenal) entsteht
bereits beim einmaligen Erhitzen ab einem Zeitraum von einer halben
Stunde. Durch das Frittieren geht der Giftstoff in der gleichen
Konzentration, wie er sich im Fett bildet, auch auf die gebratenen
Lebensmittel über. Dieses Ergebnis gaben die Forscher der
University of Minnesota http://www.umn.edu heute, Dienstag, in einer
Presseaussendung bekannt.
Pflanzenöle wie beispielsweise
Sojaöl, Sonnenblumen- oder Maiskeimöl werden aufgrund ihres hohen
Gehalts an Linolsäure - einer mehrfach ungesättigten Fettsäure -
als gesundheitsfördernd erachtet. Doch aufgrund der jüngsten
Ergebnisse raten die Experten davon ab Pflanzenöle zu lange und zu
stark zu erhitzen. Von einer Wiederverwendung ist ebenfalls dringend
abzuraten, denn die Konzentration des Giftstoffes erhöht sich mit
jeder Erwärmung. Bei der Erhitzung von Sojaöl konnten die Forscher
auch noch drei weitere Giftstoffe feststellen.
"HNE ist ein bekannter, hoch
toxischer Stoff, der leicht von der Nahrung absorbiert wird. Das
Toxin entsteht durch seine hohe Reaktivität mit Proteinen und
Nukleinsäuren - DNA und RNA - und anderen Biomolekülen",
erklärte Studienleiter Saari Csallany. Das Gift wird mit mehreren
Krankheiten wie Arteriosklerose, Schlaganfall, Parkinson, Alzheimer
und Lebererkrankungen in Verbindung gebracht. (Ende)
Quelle: pressetext.austria
SPIEGEL ONLINE,
01.05.2005
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Umweltministerium: Geheime Gutachter
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Bundesumweltminister hat nächste
Woche einen heiklen Auftritt vor dem Haushaltsauschuss des
Bundestages. Er soll dem Gremium erklären, warum er sich weigert,
die Namen von externen Gutachtern zu nennen, die auf Honorarbasis
für das Bundesamt für Strahlenschutz arbeiten.
Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,354271,00.html
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